Wie es angefangen hat

TRANSPARENT Was einst ein Apfelbaumgarten war, wurde nach der Wasserkatastrophe von 1953 ein Campingplatz zwischen den alten Apfelbäumen, Transparenten. Dieser Obstgarten gehörte Familie de Ruiter, einer großen Bauernfamilie, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu bestreiten versuchte.  In einer großen Scheune, die es bei der Geschäftsübernahme im Dezember 2002 immer noch gab, empfing man die Gäste, aber diese Scheune diente gleichzeitig als Rezeption, Küche, Laden, Kneipe und Wohnzimmer. Auf dem Heuboden schliefen die Söhne der Familie. 

In früheren Zeiten

war es nämlich ganz normal, dass man sein Haus an ‘die reichen Leute aus der Stadt’ vermietete und selber im Sommer in einem Wohnwagen oder in einem kleinen Schuppen schlief. Das brachte  wieder etwas extra Geld in die Kasse. 

Damals gab es noch nicht so viel Touristen, denn es war ein weiter Weg nach Renesse. Mit der Fähre von Anna Jacobapolder nach Zijpe (in der Nähe von Bruinisse) und dann noch nach Renesse selbst. In jenen Tagen kostete die Überfahrt mit einem Auto etwa 5 Gulden! Und das konnte sich nicht jeder leisten. 

Als Schouwen-Duiveland besser erreichbar wurde, wussten auch die Touristen Renesse besser zu finden. Auch auf Camping Transparent änderte sich allmählich einiges ....immer mehr Apfelbäume verschwanden und dafür kamen die Mobilhomes, damals noch ganz aus Holz. Aus den Häuschen, die für die Apfelpflücker bestimmt waren, wurden Ferienhäuschen, die man mieten konnte, aber noch ohne fließendes Wasser oder Strom. 

Den größten Spaß hatten die Gäste damals am jährlichen Sechskampf auf dem Campingplatz, komplett mit altholländischen Spielen wie ‘spijkerpoepen‘¹ und ‘koekhappen‘²

¹. Spiel, wobei man einen mit einem Seil um die Taille gebundenen Nagel nur durch Taille-, Hüft- und Oberschenkelbewegungen in einer Flasche verschwinden lassen soll.
².Spiel, wobei Kinder mit verbundenen Augen nach einem Stück Pfefferkuchen schnappen.

Arjaon en Bien de Ruiter

machten alles selbst mit ihren Töchtern und Söhnen. Später kam eine Pommes-Bude ins Haus. Im alten Haus, in dem wir auch noch gewohnt haben, erfolgte die Ausgabe noch in der Waschküche. Das ‘klompenkot’ (Abstellraum für Holzschuhe) war auch der Durchgang zur Rezeption! Jahrelang hat Arjaon noch ein Stück Land, das zum Camping gehörte, bearbeitet und wir bekamen dann Bohnen und frischen Salat.

Ihr Sohn André und seine Frau übernahmen den Campingplatz, aber die Alten schauten noch fast jeden Tag vorbei. Jahrelang standen im Winter Pferde auf dem Zeltplatz und als im Frühjahr die Camper wieder zurückkehrten, musste zuerst der Pferdemist beseitigt werden.

Dieser Tierliebe haben wir auf dem Campingplatz auch einen Platz gegeben und zwar in der Form einer Tierwiese mit Huhnern und Ziegen; es gab sogar ein Vogelhaus auf einem Wohnwagenfahrgestell!  
Sie werden es kaum glauben, aber ein Vogelfreund hat diesen Wagen mit allen Vogeln angekuppelt und mitgenommen!

Sie werden sich nicht wundern, dass die Hähne schon mal von einem Campinggast aus der Stadt beschossen worden sind. Vielleicht ist es etwas zu viel Natur,  so ein Hahn frühmorgens um 4 unter dem Fenster. 

Hinzu kam eine große Kantine, ‘t Lantaarntje, wo große Feste und Bingo-Abende organisiert wurden. Dabei trieb man es mal so bunt, dass der Campingboss mit seinen Holzschuhen den Fußboden komplett eingetreten und demoliert hat.
Der große Supermarkt, den es jahrelang gegeben hat, wurde im Jahre 2002 abgerissen. 

der camperplatz

wie er jetzt noch ist, wurde vom Nachbar (Opa Braber) gepachtet und darum auch nicht mit Einrichtungen und Bauten versehen. Auf diesem Feld hatten nur 30 Plätze einen Stromanschluss und gab es mehrere Wasserzapfstellen. 

Reservieren war nicht möglich und die Gäste kamen auf gut Glück um zu sehen, ob noch Plätze frei waren.  Bei der Ankunft bekamen die Gäste ein Holz mit einer Nummer, und die Stelle, wo sie dieses Holz in den Boden rammten, war dann der Platz, auf dem sie beliebig lange bleiben konnten. Zu Pfingsten staute es sich manchmal weit in die Straße zurück.

notar

Im Dezember 2011 bekamen wir beim Notar einen großen Schlüsselbund und durften wir als Campingbauer an die Arbeit gehen. Schon im Herbst 2001 dachten wir ganz vorsichtig daran, den Camping zu kaufen und den neuen Namen hatten wir schnell gefunden; die Sonnenblumen im Garten hinter dem Haus und all diese kleinen Schlängelwege auf dem Campingplatz – wo sogar wir uns regelmäßig verirrten – gaben uns ein richtiges Dorfgefühl!

Camping ‘t Zonnedorp!

Die damaligen Verwalter, Klaas und Janny van Diermen sind zum Glück noch bis 2004 geblieben. Von ihnen haben wir viel gelernt und wir freuen uns darüber, dass wir sie noch regelmäßig begrüßen dürfen, denn nach einer sechzehnjährigen Verwaltung ist es auch ein Bisschen ihr Campingplatz geworden.
Und vergessen wir unseren Ad nicht!  Ad, der schon über 20 Jahre auf dem Platz arbeitet! Ohne Ad kein Campingplatz!!!

Und so haben wir zu Dritt schon sehr viel verändert und renoviert.

 

 

 

 

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